Tagungsband zur wissenschaftlichen Tagung über den Umgang mit Katastrophen und Risiken vor Ort
(Witten 2007) |
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Katastrophen verändern nicht nur das Leben einzelner Menschen, sondern haben einschneidende Auswirkungen auf eine ganze Gemeinde, Stadt oder Region. So betont der US-amerikanische Soziologe Enrico L. Quarantelli, dass bei einer Katastrophe "die gesamte Gemeinde betroffen" sei, "so dass sich nahezu alle in einer ähnlichen Situation befinden" und "die meisten der Alltagsfunktionen ... gleichzeitig und scharf unterbrochen" sind.
In der Industriegesellschaft haben Katastrophen zumeist technische Ursachen und provozieren eine Auseinandersetzung darüber, welche Risiken eine Gesellschaft bei der Nutzung bestimmter Technologien einzugehen bereit ist. Die kollektive Verarbeitung der Katastrophenfolgen kann so den Umgang mit technischen Risiken beeinflussen.
Kernfragen der Tagung zielten darauf, zu beschreiben, wie sich Katastrophen "vor Ort" auswirken, wie sie verarbeitet werden, welche Lehren gezogen werden und wie sich das innere Gefüge der lokalen Gesellschaft und ihr Verhältnis zu technischen Risiken verändert. Dabei wurden sowohl historische als auch aktuelle Beispiele herangezogen. Am Schluss stand die Frage, wie örtliche Katastrophen in die Geschichtsarbeit vor Ort einbezogen werden und welche Rolle Archive und Museen dabei spielen können.
Anlass der Tagung am 19. Januar 2007 war die Explosion der Roburit-Sprengstofffabrik in Witten vor 100 Jahren, bei der Teile von Annen und Witten zerstört wurden. Das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, in dem die Tagung stattfand, widmete dieser industriellen Katastrophe vom 24. September 2006 bis zum 28. Januar 2007 die Sonderausstellung "Sprengstoff! Die Explosion der Wittener Roburit-Fabrik 1906".
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Bibliografische Angaben:
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"Gott sei Dank ist Dortmund noch eben verschont geblieben..." Vom Umgang mit Katastrophen und Risiken vor Ort, herausgegeben von Frank Ahland und Stefan Nies im Auftrag des Vereins Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V., Veröffentlichungen des Vereins Historikerinnen und Historiker vor Ort e.V. - HvO, Band 1, Witten 2007
URN der Deutschen Nationalbibliothek
urn:nbn:de:0139-2007110213
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0139-2007110213
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Projektförderung:
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Die Durchführung der Tagung und die Erstellung des Tagungsbandes wären nicht denkbar gewesen ohne die großzügige finanzielle Unterstützung seitens des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster. Dafür dankt der Verein herzlich.
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Aus dem Inhalt: |
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Dr. Marie Luisa Allemeyer
Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen
Zwischen "Fewersnoth" und "Wassersnoth".
Stadtbrände und Sturmfluten als "normale Ausnahmefälle" der frühneuzeitlichen Gesellschaft (Kurzfassung)
Dr. Frank Ahland
Historiker und Publizist, Witten
Solidarität und Konflikt in der Katastrophe.
Witten und Annen nach der Explosion
der Roburit-Sprengstofffabrik 1906
Jens Wietschorke
Kulturwissenschaftler, Berlin
Die Katastrophe als Sensation.
Zur Presseberichterstattung über das Wittener Roburit-Unglück 1906
Andreas Göbel
Historiker, Castrop-Rauxel
Protest nach der Katastrophe.
Anwohner gegen die Castroper Sicherheitssprengstofffabrik 1909
Matthias Hofmann
Politologe u. Wirtschaftsingenieur, München
Die Katastrophe als Unsicherheit.
Der Chemieunfall von Seveso (Italien) 1976
drs. Jan Bron
Stadsdeelmanagement Noord, Gemeente Enschede
Die Katastrophe bewältigen.
Nach der Explosion in Enschede (Niederlande) im Jahr 2000
Dr. Stefan Poser Technikhistoriker, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Inszenierte Katastrophen?
Technische Risiken und Katastrophen als Ausstellungsthema
(Kurzfassung)
Stefan Nies Freier Historiker, Dortmund
Was bleibt?
Risiko und Katastrophe in der Geschichtsarbeit vor Ort
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